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Zielgerichtete medikamentöse Therapie

Je nach dem Tumorstadium und den Erfolgsaussichten einer eventuellen Operation kann eine medikamentöse Therapie notwendig werden. Bei Darmkrebs kann diese aus einer Chemotherapie und einer zielgerichteten Therapie bestehen. Zielgerichtete Therapien werden eingesetzt, wenn durch eine alleinige Operation nicht alle entarteten Zellen entfernt werden können oder vor einer Operation eine starke Schrumpfung des Tumors notwendig ist. Letzteres gilt vor allem für Lebermetastasen.

Im Vergleich zur herkömmlichen Chemotherapie, die vor allem schnell wachsende Zellen in ihrem Wachstum blockiert, basiert die Entwicklung der neuen Wirkstoffe für die zielgerichtete medikamentöse Therapie auf einem genauen Verständnis der Tumorbiologie.

Zwei Angriffspunkte solcher zielgerichteter Therapien konnten bei Darmkrebs identifiziert werden: Die so genannte „Angiogenese-Hemmung“ (Angiogenese = Gefäßneubildung), bei der die Versorgung des Tumors gestört wird und die „Wachstumshemmung“, die direkt das Wachstum der Tumorzellen beeinträchtigt.

Angiogenese-Hemmung

In frühen Wachstumsphasen versorgt sich der Tumor zunächst mit Nährstoffen und Sauerstoff aus der Umgebung. Sobald er aber wenige Millimetern groß ist, benötigt er für das weitere Wachstum eine eigene Blutversorgung. Um Blutgefäße in seiner direkten Umgebung anzuregen, neu auszusprossen und ihn mit Nährstoffen zu versorgen, setzt der Tumor einen „Blutgefäß-Wachstumsfaktor“ frei. Angiogenese-Hemmer blockieren diesen Mechanismus. Die Signale für das Aussprossen von Blutgefäßen werden unterbunden und die Neubildung kommt zum Erliegen: der Tumor wird ausgehungert. Ein weiterer Effekt der Angiogenese-Hemmung ist, dass sie zu einer Normalisierung der bestehenden Tumorgefäße führt. Dies wiederum hat zur Folge, dass die Chemotherapie den Tumor besser erreichen und bekämpfen kann.

Nebenwirkungen von Angiogenese-Hemmern

Angiogenese-Hemmern sind im allgemeinen gut verträglich. Eine mögliche Nebenwirkung der Therapie ist Nasenbluten, das meistens nach kurzer Zeit von alleine wieder aufhört. Des Weiteren ist auf eine Blutdruckerhöhung zu achten, die medikamentös in aller Regel gut eingestellt werden kann. In selteneren Fällen kann es zu einem Magen-Darm-Durchbruch (GI-Perforation), zu Thrombosen oder Embolien kommen. Das Medikament sollte wegen möglicher Probleme bei der Wundheilung 6 Wochen vor und nach einer Operation nicht gegeben werden.

Wachstumshemmung

Wachstumshemmer richten sich gegen den Wachstumsfaktor-Rezeptor (EGRF-Rezeptor) auf Krebszellen. Sie bremsen damit das Tumorwachstum. Diese Substanzen werden meistens in Kombination mit Chemotherapie eingesetzt. Im Einzelfall können sie aber auch als alleinige Therapie angewendet werden. Grundsätzlich sind diese jedoch nur für einen Teil der Patienten geeignet: Nur bei Menschen, bei denen ein bestimmtes Gen im Tumor, das KRAS-Gen, nicht verändert ist, können sie eingesetzt werden.Vor der Entscheidung für einen Wachstumshemmer muss daher ein Gentest am Tumorgewebe durchgeführt werden. So erhält man Informationen über die Eignung des Patienten für diese Art der Antikörper-Therapie.

Nebenwirkungen von Wachstumshemmern

Häufig wird als Nebenwirkung dieser Wirkstoffe das Auftreten von überwiegend akneartigen Hautreaktionen beobachtet, die als Rash bezeichnet werden. Dieser Ausschlag wird von den Patienten häufig als unangenehm empfunden, er ist andererseits aber auch ein Zeichen für ein gutes Ansprechen auf die Behandlung. Um die Hautreaktionen zu mildern, hilft die regelmäßige Pflege der Haut mit feuchtigkeitsspendender Lotion. Darüber hinaus ist es wichtig, diese direkt mit kortison- oder antibiotikahaltigen Cremes zu behandeln.