Auto-Login bei künftigen Besuchen

Passwort vergessen?

login

Chemotherapie

Eine Chemotherapie ist eine Behandlung mit Medikamenten. Die Präparate wirken auf die Zellen im Körper, die sich besonders schnell oder fehlerhaft teilen. Bösartig wachsende Zellen werden dabei zerstört und das Zellwachstum gehemmt. Man bezeichnet diese Therapie auch als „systemische Therapie“, da die eingesetzten Medikamente (Zytostatike) auf den ganzen Körper wirken, nicht nur auf einzelne Organe.

Für die Chemotherapie stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung, die teilweise auch in Kombination angewandt werden können. Dazu werden teilweise auch sogenannte zielgerichtete Medikamente (z.B. Antikörper) gegeben.

Ob eine Chemotherapie zur Behandlung von Darmkrebs eingesetzt wird und wann diese eingesetzt wird, ist abhängig vom Stadium der Erkrankung und der Lage des Tumors.

Die verschiedenen Chemotherapien

Neoadjuvante Chemotherapie

Die neoadjuvante Chemotherapie wird eingesetzt vor der Operation, um den Tumor zu verkleinern und anschließend zu entfernen. Das Ziel dabei ist, eine möglichst große, dauerhafte Heilungschance zu erreichen. In der Regel wird diese Form der Chemotherapie mit einer Bestrahlung (Link) kombiniert und beim Enddarmkrebs eingesetzt. Sie kann aber auch bei der Behandlung von Lebermetastasen ohne Bestrahlung zur Anwendung kommen. 

Adjuvante Chemotherapie

Die adjuvante Chemotherapie kommt zum Einsatz nach einer Operation, bei der der Tumor vollständig entfernt wurde. Meist wird diese Therapie dann empfohlen, wenn die bei der Operation entfernten Lymphknoten teilweise vom Tumor befallen waren. Ziel ist, mögliche restliche Tumorzellen abzutöten und so die Chance auf eine dauerhafte Heilung zu erhöhen. Im Durchschnitt steigt dadurch die Heilungschance um 15% an, so dass mehr als die Hälfte der Patienten geheilt werden kann.

Palliative Chemotherapie

Die palliative Chemotherapie wird in späten Stadien der Erkrankung eingesetzt, wenn der Tumor nicht völlig entfernt werden kann. Sie hat das Ziel, das Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern, Schmerzen zu verringern und das Risiko von Komplikationen zu senken. In der Regel kommen im Verlauf der Erkrankung wechselnde Medikamentenkombinationen zum Einsatz. Auch wenn durch eine palliative Chemotherapie der Tumor nicht vollständig beseitigt werden kann, so leben die Patienten unter einer solchen Therapie mehr als dreimal länger als noch vor 15 Jahren. 

Wie läuft eine Chemotherapie ab?

Die Einnahme der Zytostatika erfolgt entweder per Infusion über die Vene oder als Tablette. Eine Chemotherapie wird in bestimmten Zeitabständen (Zyklen) wiederholt. Ein Zyklus besteht aus den Tagen, an denen Chemotherapie gegeben wird, und den behandlungsfreien Abschnitten, die Ihnen Zeit für Erholung bieten. Die Länge eines Zyklus und die Anzahl der Zyklen hängen von der Wahl der Zytostatika und dem Wachstumsverhalten des Tumors ab.

Nebenwirkungen

Nahezu jeder Krebspatient hat im Laufe der Chemotherapie mit Nebenwirkungen zu kämpfen. Dies liegt daran, dass die eingenommenen Zytostatika nicht nur die bösartigen Krebszellen, sondern auch gesunde Körperzellen angreifen. Besonders bemerkbar machen sich die Nebenwirkungen bei Zellen, die sich häufig erneuern, wie z.B. bei Schleimhäuten oder Haaren.
Grundsätzlich wirken die Medikamente bei jedem Patienten anders. Manche Menschen spüren nur wenige Beeinträchtigungen, während andere im Laufe der Behandlung mit starken Unannehmlichkeiten zu kämpfen haben. Je zügiger ein Körper das Chemotherapeutikum abbauen kann, umso geringer sind die Nebenwirkungen. Und genau dieser Stoffwechsel läuft bei jedem Betroffenen mit unterschiedlicher Geschwindigkeit ab.

Allgemeine Nebenwirkungen einer Chemotherapie sind z. B.: Unwohlsein, Müdigkeit, Schleimhautentzündungen, Fieber, ein vorübergehender Haarausfall und Blutbildveränderungen. Zusätzlich verursacht jedes Zytostatikum spezifische Nebenwirkungen wie z.B. Durchfälle, Nierenschädigungen, Nervenschädigungen, Lungen- und Herzschädigungen. Auf die speziellen Nebenwirkungen wird im Folgenden näher eingegangen.

Heute stehen Patienten eine Vielzahl von unterstützenden Begleitmedikamenten zur Verfügung. Diese helfen, Nebenwirkungen vorzubeugen oder sie zu lindern. Ihr Arzt wird Sie über Verhaltensmaßnahmen zur Vorbeugung bzw. über mögliche Therapiemethoden bei Auftreten der Nebenwirkungen informieren.

Welche Medikamente kommen zum Einsatz?

Es gibt heute vier gängige Zytostatika, die zur chemotherapeutischen Behandlung von Darmkrebs eingesetzt werden: 5-Flourouracil (5-FU), Capecitabin, Oxaliplatin und Irinotecan.

5-FU

5-FU gilt als Standard-Zytostatikum in der Therapie von Darmkrebserkrankung und wird seit vielen Jahren verwendet. Es handelt es sich um einen sogenannten falschen DNA-Baustein, den die Krebszellen in ihr Erbgut einbauen. Dies hat zur Folge, dass sie in der Folge absterben. 5-FU wird mit Folinsäure kombiniert und ist dadurch in seiner Wirkung verstärkt. Folinsäure ist selber kein Zytostatikum, sondern eine Art Vitamin. 5-FU und Folinsäure werden als Dauerinfusion über 48 Stunden im Krankenhaus oder in einer onkologischen Praxis verabreicht. Häufig ist es in diesem Zusammenhang notwendig, einen sogenannten Port unter die Haut zu legen (Infusionssystem, meist eine unter die Haut eingesetzte Kunststoffkammer mit Venenkatheter, um eine kontinuierliche Medikamentengabe per Infusion zu ermöglichen).

Neben einer Beeinflussung der Blutbildung kann es zu Übelkeit, Erbrechen, Schleimhautentzündungen, Durchfällen und einem sogenannten Hand-Fuß-Syndrom kommen. Hierbei handelt es sich um eine schmerzhafte Rötung und Schwellung an den Handflächen und Fußsohlen, die von einem Kribbeln und Taubheitsgefühl begleitet werden kann.

Capecitabin

Capecitabin ist eine Weiterentwicklung von 5-FU und verfügt über verschiedene Vorteile: Es entspricht der Wirkweise von 5-FU, kann aber als Tablette eingenommen werden. Damit wird die Behandlung vereinfacht, weil eine lang dauernde Infusion wie bei 5-FU nicht nötig ist. Patient und Arzt stimmen die Therapie miteinander ab, so dass der Betroffene Capecitabin nicht in der Klinik oder Praxis, sondern bequem zu Haus einnehmen kann. Capecitabin ist eine chemische Vorstufe von 5-FU, die erst nach Aufnahme in den Körper durch mehrere enzymatische Prozesse in die aktive Form umgewandelt wird. Vor allem der letzte Schritt findet vorrangig im Tumorgewebe statt. Durch diese zielgerichtete Wirkung ist eine Behandlung mit Capecitabin in der Regel besser verträglich als eine 5-FU Therapie.

Oxaliplatin

Oxaliplatin ist ein platinhaltiger Wirkstoff, der mit der Erbsubstanz der Tumorzellen interagiert und auf diese Weise die Zellteilung beeinflusst. Das Medikament wird als Infusion verabreicht und mit 5-FU/Folinsäure bzw. Capecitabin kombiniert. Die Kombinationen werden dann u.a. als FOLFOX und CAPOX bezeichnet. Neben Blutbildveränderungen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfällen kann es auch zu Nervenschädigungen kommen, die zu Missempfindungen an den Händen und Füßen führen.

Irinotecan

Irinotecan ist eine weitere Substanz, die häufig mit 5-FU/Folinsäure bzw. Capecitabin kombiniert wird und in der Kombination z.B. als FOLFIRI oder CAPIRI bezeichnet wird. Das Zytostatikum wird intravenös verabreicht und greift ebenfalls in die Zellteilung ein. An Nebenwirkungen stehen Durchfälle im Vordergrund, die mitunter sehr stark werden können und unbedingt einer frühzeitigen Behandlung bedürfen.